02. März 2010
Ich bin Genussläuferin. Da kann es mich auch nicht anfechten, ermunternde Zurufe zu hören wie “Hey, das schaffst du!”, – da ruf ich ganz locker zurück: „Hab noch `ne Stunde vor mir, immer schön langsam angehen lassen.“ – oder „dein Hund läuft aber viel eleganter als du!“
Zum Glück bin ich keine zwanzig mehr, wo ich meinte, mit Männern mithalten zu müssen. Ich hab’s mir schon bewiesen. Ich muss nicht mehr um 6:30 vor dem Frühstück anderthalb Stunden durch den Wald laufen, um meine überschüssigen Energien loszuwerden, heute dürfen meine überschüssigen Energien Form annehmen, und zwar geschieht das zwangsläufig während des Laufens. Ich nehme an, das ist die westliche Form der Meditation, auf jeden Fall meine: Die Energien zum sinnvollen Fließen bringen. Im Lotus- oder Schneidersitz geht bei mir gar nichts. Weiterlesen »
Tags: Joggen
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27. Februar 2010
Wer dieser Tage am Rhein entlang spaziert, kann es, wie jedes Jahr um diese Zeit, beobachten: Fast stündlich sieht man das Wasser steigen und reißender werden, man kann dem Fluss fast beim Anschwellen zusehen, eine hellbraune Flut brodelt vorbei und steht kurz davor, die Uferpromenaden zu erreichen, eine unübersehbare Menge von Plastikmüll mit sich führend: Schneeschmelze, Regen…
„Aktuell haben wir einen Grundwasserstand von 37,9 Metern. Bei 39,5 Metern wollen wir fluten.“ (GA Bonn v. 26.2.2010). Gemeint ist die U-Bahn-Großbaustelle in der Kölner Altstadt. Morgen, am Samstag, wird es dann soweit sein, bei einem Pegelstand von 6,50 Metern.
U-Bahnfahren ist doof: Langweilig, denn man sieht nichts, umständlich, denn man muss erst alles mühsam nach unten und dann wieder nach oben schleppen, wenn nicht Einkaufstaschen, dann wenigstens sich selbst, und es ist gefährlich und vor allem spät abends und nachts unheimlich. Im Zweifelsfall kommt einem trotz Überwachungskameras niemand zu Hilfe. Weiterlesen »
Tags: Kölner U-Bahn, Rhein-Hochwasseer, Severinsviertel, Stadt-Archiv, Tunnel-Flutung
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25. Februar 2010
Wenn man sich ansieht, mit welchen Themen Margot Käßmann, (frisch zurückgetretene ) Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Landesbischöfin von Hannover in den letzten Wochen in den Schlagzeilen stand, konnte man wissen, dass sie auf der „Roten Liste“ derer war, die über die Medien öffentlich „Schulnoten“ verteilen und zur Hatz auf in Ungnade gefallene Personen blasen; Margot Käßmann musste von nun an besonders vorsichtig sein. Offensichtlich war ihr das nicht bewusst genug…
Eine Kirche, die sich nicht einmischt und zeitgeistfromm ein angepasstes Mauerblümchen-Dasein führt, der Politik die Füße küsst und sich allenthalben selbst für inkompetent bei der Bewertung des Zeitgeschehens hält, braucht niemand mehr. Sie begibt sich selbst ihrer ansonsten wichtigen Funktion, dem Parteienstaat wenigstens ein gewissen Gegengewicht gegenüber zu setzen. Eine solche handzahme, rückratgebrochene, verzagte Kirche steht sicher nicht in der Nachfolge Christi und fällt zu Recht immer mehr in die Bedeutungslosigkeit. Was sich nicht zuletzt an Kirchenaustritten zeigt.
Es ging ein Aufatmen durch Deutschland, da es zum ersten Mal seit Jahren wieder eine hochrangige Kirchenvertreterin gab, die sich zu Weihnachten nicht nur in Gefühlsseligkeiten verfranste, sondern mit einigen Worten auch zu Afghanistan eine – längst überfällige – gesellschaftliche Diskussion anstieß.
Typischer Vertreter einer politisch korrekten, fügsamen Kirchen(ein)richtung ist ein gewisser Herr Klose (SPD), dem die Frohe Botschaft weiß Gott nicht im Gesicht geschrieben steht.
Natürlich rügte er in BILD Käßmann scharf dafür, was sie an Weihnachten in ihrer vieldiskutierten Weihnachtspredigt gesagt hatte und forderte, sie solle sich auf die Verkündigung des Wortes Gottes beschränken.
Beschränken? Beschränken? Wie beschränkt muss man sein, um so etwas Umfassendes als Beschränkung zu bezeichnen? Wie wär’s mal mit diesem Wort Gottes: „Du sollst nicht töten!“, Herr Klose. Ist das für sie eine beschränkte Aussage? Wehe der Politik, wenn die Kirchen plötzlich wieder das ernst nähmen, was in den Evangelien steht! Weiterlesen »
Tags: Afghanistan, Margot Käßmann Rücktritt, Wolfsohn
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25. Februar 2010
Möchten Sie helfen? Ja? Wem? Der Deutschen Bahn, dabei, wieder Deutsch zu sprechen und somit kundenfreundlicher zu werden.
Nach langen Jahren des „Denglisch“ ist man dort allerdings unsicher geworden, wie die einzelnen Dienste auf Deutsch noch hießen. Daher kann es hilfreich sein, sich als Kunde an einer öffentlichen Rückübersetzung mit geeigneten, sachdienlichen Übersetzungsvorschlägen zu beteiligen. Hier klicken.
Vor allem für folgende Begriffe sucht man eine geeignete deutsche Übersetzung:
Service Point
Service Hotline
Call a bike
Kiss & ride
Park & rail
Call-a-bike
Sleep-on-train
Bitte beteiligen Sie sich! Helfen Sie der Deutschen Bahn dabei, wieder kundenfreundlicher zu werden.
DANKE. Es erwarten Sie als Dank für Ihre Mühen: Eine Menge Freifahrtscheine ins Grüne und Blaue!!!
Tags: Deutche Bahn wieder kundenfreundlich
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17. Februar 2010

Dresden am 15.2.1945; Quelle: Wikipedia Commons
Die Demonstrationen am gestrigen Tag in Dresden am 65. Jahrestag der völligen Zerstörung dieser Kunststadt an der Elbe mit einer Unzahl von Toten zeigen:
Deutschland ist krank: geistes- und gemütskrank.
Denn es gibt ganz offensichtlich nicht einmal mehr den kleinsten gemeinsamen Nenner: Trauer. Tote betrauern, Krieg betrauern, den Untergang einer Stadt betrauern.
In Deutschland ist es, wie man sah, nicht möglich, gemeinsam zivilisiert und in Würde den Jahrestag im Gedenken an den Untergang aber auch die Wiederauferstehung einer Stadt zu begehen. Ausnahmslos alle kochten an diesem Tag irgendein Süppchen.
Die Rechten wollten wie immer Präsenz zeigen, Fahnen schwingen, markige Sprüche klopfen und sich wichtig tun: „kein Vergeben – kein Vergessen“. Die Linken und Autonomen, wie immer das Recht für sich beanspruchend Nazismus zu verhindern, wollten dafür oder dagegen Mülltonnen in Brand zu setzen und Autos von Rechten umzustürzen. Die Antideutschen wollten Israelfahnen schwingend „Bomber Harris do it again“, nie wieder Deutschland“ und „keine Opfer, sondern Täter“ rufen und die Offiziellen wollten Gutmenschen sein. Dafür machten sie eine Menschenkette mit Friedensgebet und setzten ein „Zeichen“: „Für gleiche Rechte aller Menschen“, „Für Toleranz und gegen Rechts“ und „Gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus“.
Die Bürgermeisterin gedachte der etwa 25.000 Opfer, was wieder einige Tausend weniger als in den Vorjahren waren, und bezeichnete die Menschenkette als ein „Zeichen gegen Intoleranz und Dummheit“, und Ministerpräsident Tillich gedachte vor allem dem Krieg, der von deutschen Boden ausging, so als würde man dies nicht an den restlichen 364 Tagen des Jahres hören können. Weiterlesen »
Tags: 13.15.2.1945.Demonstrationen, Dresden, Tag hinzufügen
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14. Februar 2010
Gerade bekam ich die Einladung zu einer Demo in Berlin, Thema Afghanistan bzw. ganz aktuell die zugesagte Truppenaufstockung durch Deutschland. Ich las; alles soweit richtig – aber irgendwas störte mich an dem Text…
Ich habe nicht zum ersten Mal das Gefühl, dass eine allzu beflissene grammatikalische Gender-Korrektheit , wie in diesem Aufruf besonders grotesk angewendet, das Inhaltliche in den Hintergrund drängt, ja dieses sogar konterkarieren kann.
Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es den Autoren mehr um eine Demonstration von gender correctness (einer Unterabteilung der political correctness) geht, als um das große Ziel „Frieden“.
Ich stelle dabei im linken Lager generell, und darüber hinaus, immer mehr eine schablonenhafte Kleinkariertheit und korinthenköttelnde Spießbürgerei fest, die ein Gefühl von klaustrophobischer Enge vermittelt. Ja, ich habe sogar das Gefühl, dass diese besondere Form des „Gutschreibs“ dem Denken und präzisen Formulieren abträglich ist. Weiterlesen »
Tags: Afghanistan, Demo 22.2. Berlin
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13. Februar 2010

Hattu mal ein warmes Höschen?
Stirnrunzelnd betrachte ich den dicken Plastiksack mit der Aufschrift WEG! Ebay/Second Hand. Hmmmm.
Ich öffne bedächtig den mit einem alten Wollgürtel zusammengebundenen Knoten und beginne, den Inhalt zu sichten. Neben mir habe ich den Fotoapparat und natürlich eine Schächtelchen mit verschiedenen unerträglichen Parfumpröbchen bereit gestellt: „Dunest“, „Gloria sowieso“, „Gino Ginelli und „Bruno Babane“ usw., um den möglicherweise auftretenden Geruch nach Moder/Motten/Sporen zu übertünchen, bevor ich die frisch besprühte Ware ablichte,verpacke und für den Versand vorbereite…
Ich ziehe die ersten Wollpulover heraus; allesamt mit hohem, eng sitzenden Kragen, wie sie niemand mehr erleiden mag, aber super Qualität, gute alte Markenware, wo keine Fäden heraushängen, engmaschig gestrickt, hochmerzerisiert, nichtfilzend, Merino usw., eben aus der guten alten Zeit, die irgendwann in den Achtzigern aufhörte, als östliche Ware den Kleidermarkt eroberte.
Bin ich denn blöd, denke ich bei mir. Da kaufe ich mir wegen der anhaltenden Kälte wollne Unterhemden für 20-40 Euro das Stück und hier liegen feingestrickte Pullis im Sack. Einfach den engen Kragen rausschneiden, schnipp-schnapp, einen neuen, bequemeren Ausschnitt reinschneiden und mit Zick-Zack flink umsäumen – fertig! Weiterlesen »
Tags: Angora, neue Eiszeit, Persianer
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