
Ölteppich im Golf von Mexiko (Quelle: NASA)
Gestern habe ich mich für zeitgeist Online ziemlich nüchtern mit dem Öldesaster im Golf von Mexiko befasst, heute mache ich es an dieser Stelle ganz emotional – und stelle mir einige Fragen, von denen vermutlich die wenigsten beantwortet werden können.
Wer, wie ich, als Kind fast jedes Buch von Karl May gelesen hat und bei Winnetous Tod heiße Tränen vergoss, weiß natürlich, dass der Weiße Mann oft mit gespaltener Zunge redet und Böses tut, der Rote Mann dagegen oft edel ist.
Beinahe jeden Morgen gehe ich denselben Weg am Fluß entlang, meine Hündin einige Meter vor mir oder hinter mir. Fast immer spüre ich schon vorher die Stelle, wo er am Flussufer sitzt und seinen Hund beobachtet. Er ist ein äußerst kleinwüchsiger, kompakter südamerikanischer Indio, unter seiner roten Baseballkappe, die auf einem Kopf wie festgewachsen erscheint, fällt hinten ein tiefschwarzer Zopf heraus. Der Mann war Musiker und ist jetzt für irgendjemanden Hundehüter, eine kleine, beeindruckende Energieknolle mit rollendem “R”.
“Man hat Mutter Erde in den Leib geschossen”, sagt er kurz und grimmig, “jetzt ist sie am Verbluten.”
Tja, so kann man das wohl sehen. Wie aber kriegt man bloß diese Blutung zum Stillstand?
“Die Erde gibt ihr Blut und ihr Wasser freiwillig. Alles, was sie noch tief unten verborgen hält, ist nicht gut für den Menschen, bringt Unheil”, sagt er noch. (weiterlesen…)