Ssänk ju for träffelling wiss doitsche bahn

25. Februar 2010

Möchten Sie helfen? Ja? Wem? Der Deutschen Bahn, dabei, wieder Deutsch zu sprechen und somit kundenfreundlicher zu werden.

Nach langen Jahren des „Denglisch“ ist man dort allerdings unsicher geworden, wie die einzelnen Dienste auf Deutsch noch hießen. Daher kann es hilfreich sein, sich als Kunde an einer öffentlichen Rückübersetzung mit geeigneten, sachdienlichen Übersetzungsvorschlägen zu beteiligen. Hier klicken.

Vor allem für folgende Begriffe sucht man eine geeignete deutsche Übersetzung:
Service Point
Service Hotline
Call a bike
Kiss & ride
Park & rail
Call-a-bike
Sleep-on-train

Bitte beteiligen Sie sich! Helfen Sie der Deutschen Bahn dabei, wieder kundenfreundlicher zu werden.
DANKE. Es erwarten Sie als Dank für Ihre Mühen: Eine Menge Freifahrtscheine ins Grüne und Blaue!!!

Dresden 13.-15. Februar

17. Februar 2010

Dresden am 15.2.1945; Quelle: Wikipedia Commons

Dresden am 15.2.1945; Quelle: Wikipedia Commons

Die Demonstrationen am gestrigen Tag in Dresden am 65. Jahrestag der völligen Zerstörung dieser Kunststadt an der Elbe mit einer Unzahl von Toten zeigen:

Deutschland ist krank: geistes- und gemütskrank.

Denn es gibt ganz offensichtlich nicht einmal mehr den kleinsten gemeinsamen Nenner: Trauer. Tote betrauern, Krieg betrauern, den Untergang einer Stadt betrauern.

In Deutschland ist es, wie man sah, nicht möglich, gemeinsam zivilisiert und in Würde den Jahrestag im Gedenken an den Untergang aber auch die Wiederauferstehung einer Stadt zu begehen. Ausnahmslos alle kochten an diesem Tag irgendein Süppchen.

Die Rechten wollten wie immer Präsenz zeigen, Fahnen schwingen, markige Sprüche klopfen und sich wichtig tun: „kein Vergeben – kein Vergessen“. Die Linken und Autonomen, wie immer das Recht für sich beanspruchend Nazismus zu verhindern, wollten dafür oder dagegen Mülltonnen in Brand zu setzen und Autos von Rechten umzustürzen. Die Antideutschen wollten Israelfahnen schwingend „Bomber Harris do it again“, nie wieder Deutschland“ und „keine Opfer, sondern Täter“ rufen und die Offiziellen wollten Gutmenschen sein. Dafür machten sie eine Menschenkette mit Friedensgebet und setzten ein „Zeichen“: „Für gleiche Rechte aller Menschen“, „Für Toleranz und gegen Rechts“ und „Gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus“.

Die Bürgermeisterin gedachte der etwa 25.000 Opfer, was wieder einige Tausend weniger als in den Vorjahren waren, und bezeichnete die Menschenkette als ein „Zeichen gegen Intoleranz und Dummheit“, und Ministerpräsident Tillich gedachte vor allem dem Krieg, der von deutschen Boden ausging, so als würde man dies nicht an den restlichen 364 Tagen des Jahres hören können. Weiterlesen »

En und Innen protestierenInnen gegen den Krieg (SoldatenInnen) in Afghanistan

14. Februar 2010

Gerade bekam ich die Einladung zu einer Demo in Berlin, Thema Afghanistan bzw. ganz aktuell die zugesagte Truppenaufstockung durch Deutschland. Ich las; alles soweit richtig – aber irgendwas störte mich an dem Text…

Ich habe nicht zum ersten Mal das Gefühl, dass eine allzu beflissene grammatikalische Gender-Korrektheit , wie in diesem Aufruf besonders grotesk angewendet, das Inhaltliche in den Hintergrund drängt, ja dieses sogar konterkarieren kann.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es den Autoren mehr um eine Demonstration von gender correctness (einer Unterabteilung der political correctness) geht, als um das große Ziel „Frieden“.

Ich stelle dabei im linken Lager generell, und darüber hinaus, immer mehr eine schablonenhafte Kleinkariertheit und korinthenköttelnde Spießbürgerei fest, die ein Gefühl von klaustrophobischer Enge vermittelt. Ja, ich habe sogar das Gefühl, dass diese besondere Form des „Gutschreibs“ dem Denken und präzisen Formulieren abträglich ist. Weiterlesen »

Eiszeit oder: Gruß vom Angorahasen

13. Februar 2010

Hattu mal ein warmes Höschen?

Hattu mal ein warmes Höschen?

Stirnrunzelnd betrachte ich den dicken Plastiksack mit der Aufschrift WEG! Ebay/Second Hand. Hmmmm.

Ich öffne bedächtig den mit einem alten Wollgürtel zusammengebundenen Knoten und beginne, den Inhalt zu sichten. Neben mir habe ich den Fotoapparat und natürlich eine Schächtelchen mit verschiedenen unerträglichen Parfumpröbchen bereit gestellt: „Dunest“, „Gloria sowieso“, „Gino Ginelli und „Bruno Babane“ usw., um den möglicherweise auftretenden Geruch nach Moder/Motten/Sporen zu übertünchen, bevor ich die frisch  besprühte Ware ablichte,verpacke und für den Versand vorbereite…

Ich ziehe die ersten Wollpulover heraus; allesamt mit hohem, eng sitzenden Kragen, wie sie niemand mehr erleiden mag, aber super Qualität, gute alte Markenware, wo keine Fäden heraushängen, engmaschig gestrickt, hochmerzerisiert, nichtfilzend, Merino usw., eben aus der guten alten Zeit, die irgendwann in den Achtzigern aufhörte, als östliche Ware den Kleidermarkt eroberte.

Bin ich denn blöd, denke ich bei mir. Da kaufe ich mir wegen der anhaltenden Kälte wollne Unterhemden für 20-40 Euro das Stück und hier liegen feingestrickte Pullis im Sack. Einfach den engen Kragen rausschneiden, schnipp-schnapp, einen neuen, bequemeren Ausschnitt reinschneiden und mit Zick-Zack flink umsäumen – fertig! Weiterlesen »

“Rules of Deception” (Die Regeln der Täuschung) oder: Wie man den Krieg herbeischreibt

13. Februar 2010

Regeln der Täuschung

Regeln der Täuschung

Vor etwa drei Wochen begleitete ich einen Freund in einen englischsprachigen Buchladen eines großen spanischen Einkaufszentrums. Während er bestellte Bücher abholte, schlenderte ich leicht gelangweilt umher und griff mir ein Buch aus dem Regal: RULES OF DECEPTION (Regeln der Täuschung) von Christopher Reich, einem amerikanischen Autor.

Ich schlug es auf und las: „Die Schweiz wurde 1291 gegründet und betrachtet sich selbst als die älteste kontinuierlich funktionierende Demokratie der Welt …“
Der Thriller eines amerikanischen Autors spielte also in der Schweiz. Das kam mir interessant vor, und ich kaufte das knallrote Ding.

Gleich von der ersten Seite an entwickelte das Buch einen Sog, der Prolog erreicht sogar literarisches Niveau. Durchweg kurze Kapitel umfassen jeweils nicht mehr anderthalb bis zwei Seiten, wodurch das Buch ungeheuer schnell getaktet wird. Jedes neue Kapitel ist mit einem Perspektive- und Schauplatzwechsel verbunden, was es ungemein spannend macht. In solcher Perfektion hatte ich diese Erzähltechnik zum letzten Mal bei Ruth Rendells „Sprich nicht mit Fremden“ bewundert. Reich verfolgte und verwob jedoch nicht nur zwei Erzählstränge, sondern bis zu sieben!

Jonathan Ransom, ein amerikanischer Arzt, der mit seiner Frau für „Ärzte ohne Grenzen“ in Genf arbeitet, verliert diese durch einen tödlichen Unfall bei einer Skitour in der Nähe der Schweizer Furga Nordwand; sie erleidet einen Beinbruch, er muss sie im dichten Schneetreiben zurücklassen, um Hilfe zu holen, nur um schließlich festzustellen, dass sie unterdessen versucht hat, sich weiterzubewegen und in eine Gletscherspalte gefallen ist…
Der verstörte Ehemann fährt allein zurück ins Hotel und findet unter den persönlichen Dingen seiner Frau auch einen Gepäckabholschein. Und damit beginnt der Albtraum: Weiterlesen »

Irritationen wegen Persisch-Sprachführer für die Bundeswehr

11. Februar 2010

Die Bundeswehr bald an der Seite Israels gegen den Iran? Das Bundessprachenamt gibt einen persischen Sprachführer für Soldaten heraus, wo Sätze zu lesen sind wie: “Ich stamme aus Köln”, “Ich gehöre zu den UN-Peace-Keeping-Truppen”, “Der Iran ist eine schönes Land”. Des weiteren findet sich die persische Übersetzung  mliltärischer Befehle wie “Halt, stehenbleiben.”

Anlass für die Bundestagsabgeordnete Inge Höger (Die LINKE) nachzuhaken. Dankenswerterweise ist bei youtube ein Video mit den Fragen Frau Högers eingestellt und den Antworten des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverteidigungsministerium Christian Schmidt (CSU).

Was man in der Sequenz hört, ist kaum zu glauben:

Schmidt windet sich sichtlich, empfindet die Fragen offensichtlich als eine einzige Zumutung, wird gegen Ende sogar aggresiv. Dem Geschwurbel läßt sich aber entnehmen, dass der Sprachführer gedacht sei, die Kommunikationsfähigkeit der Soldaten zu  verbessern.

Dann fallen Worte wie “israelischer Staatspräsident kürzlich im Bundestag”, “Bedrohungslage Israels”, “Existenzrecht Israels”, “Bedrohung  durch den Iran”.

Schmidt erinnert an das Merkel-Versprechen, dass “ein Angriff auf Israel wie ein Angriff auf uns” sei.

Was darf man daraus schließen? Weiterlesen »

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